Was mich beschäftigt

Unser Alltag ist so stark geprägt von Normen, Effizienzdenken, Leistungsdruck - das spiegelt sich in der Art und Weise, wie wir Beziehungen führen, wie wir uns nach außen zeigen, welchen Wert wir uns selbst beimessen, wie wir arbeiten, wie wir mit unseren persönlichen Ressourcen und mit denen unseres Planeten umgehen. Gleichzeitig wachsen die Zahlen um Burnout und Depression seit Jahren, Zukunftsängste prägen viele öffentliche Debatten.

… wie bloß damit umgehen? Ich denke, wir können uns noch viel mehr mitteilen, Themen wie Selbstzweifel, Versagensängste, Ohnmachtsgefühle, Scham weiter enttabuisieren und Fragen stellen. Wie können wir gesunde Beziehungen führen? Wann fühlen wir uns verbunden? Wie können das Bedürfnis nach Sicherheit und der Wunsch nach Selbstbestimmung und freiem Ausdruck zusammen funktionieren? Welche Traditionen lohnt es sich beizubehalten, welche Gewohnheiten können wir loslassen?

Was mich geprägt hat

Als Jugendliche verbrachte ich in den Ferien viel Zeit bei meiner Großtante in Süditalien. Sie lebte und arbeitete dort auf dem Anwesen einer Stiftung für klassische Klaviermusik, die im Sommer Masterclasses für internationale Studierende veranstaltete. Ich half mit, zeigte den Teilnehmenden die Gegend, wir kochten, gingen schwimmen - und ich saß mit in den Kursen. So vergingen Stunden, in denen ich Beethoven-Klaviersonaten lauschte und dabei aus den großen geöffneten Fenstern über die von alten Olivenbäumen beschattete Terrasse bis aufs Meer schauen konnte. Ich habe dieses Bild so oft vor Augen, wenn ich Musik mache. Diese Welt, weit weg von meinem damaligen Schulalltag, hat mich und mein Tun wirklich geprägt.

Relativ spät, mit Mitte zwanzig, begann ich ein klassisches Gesangsstudium. Ich beschäftigte mich mit Opernpartien, entdeckte das Kunstlied - nahm aber auch an Jazzkursen teil, fing an, mich auf der Gitarre zu begleiten, gründete eine A-Capella-Gruppe und ein Folk-Trio. Aus Faszination für den alten, irischen Sean-Nós-Gesang plante ich ein Auslandssemester in Irland.
Die Corona Pandemie setzte diesem Drive aber ein jähes Ende. Sechs Monate lang blieb meine Hochschule komplett geschlossen. Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsausfälle und Onlinekurse prägten anschließend mein ganzes letztes Studienjahr. Danach hatte ich zwar einen Bachelorabschluss, aber auch das Gefühl, nichts so richtig vertieft zu haben. In einem Opernmaster sah ich mich nicht. Mit Ende zwanzig empfand ich mich aber auch als zu alt, um noch große Fragen hinsichtlich der Ausrichtung einer musikalischen Laufbahn zu stellen. Die Überzeugung, jetzt liefern zu müssen, drängte sich bei mir auf - aber ich wusste nicht wie. Ich entschied mich für einen Umzug und damit für einen Neuanfang. Als ich im voll beladenen Kleintransporter am Ortsschild meiner Studienstadt vorbeifuhr, dachte ich: “Das war's mit meiner Gesangskarriere.”

Im Sommer 2023 entdeckte ich das Songwriting für mich - und die Irish Bouzouki. Zu Besuch bei Bekannten, die für Celtic-Folk-Arrangements mit verschiedenen Instrumenten experimentieren, stach mir die langhalsige, tropfenförmige Bouzouki ins Auge. Ich erinnerte mich, dass sie mir schon ein Jahr zuvor in Irland aufgefallen war, auf einer Trad-Music-Summerschool, die ich als Miniersatz für mein verpasstes Auslandssemester gemacht hatte. Also lieh ich sie jetzt kurzerhand aus. Wieder zu Hause versank ich auf dem Sofa gleichermaßen in Kissen, im metallisch-brillanten Klang der Bouzouki und spontan dazu gesummten Melodien. Ich war hin und weg von der Atmosphäre, die ich mit diesem Instrument ganz intuitiv aus mir heraus erzeugen konnte. So eine Leichtigkeit hatte ich beim Musik machen schon lange nicht mehr empfunden. Das war ein neuer Startschuss für mich.

Und ich mache weiter!

Dieses Jahr werde ich mit meiner Musik ins Studio gehen und ab Anfang 2027 erstmals veröffentlichen. Die Arbeit macht einen riesen Spaß und gleichzeitig habe ich einiges an Respekt vor dem Prozess.

Für Updates, Ankündigungen und Hintergrundgeschichten rund um meine Musik abonniere gerne meinen Newsletter — um mir eine Nachricht zu schreiben, nutze am besten das Kontaktformular — unter farouche.music findest du mich auch auf Instagram. Ich freue mich auf dich!